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Abschlussprüfung nach HGB, Prüfungspflicht

Die Aufstellung des Jahresabschlusses einer Gesellschaft mit Sitz in Deutschland hat nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) zu erfolgen. Die Aufstellung des Einzelabschlusses nach internationalen Normen (z.B. IFRS) ersetzt nicht die Aufstellung nach HGB. Kapitalgesellschaften, sowie Personengesellschaften, an denen keine natürliche Person beteiligt ist, müssen ihren nach HGB aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht durch einen hierzu gemäß § 57a WPO zugelassenen Wirtschaftsprüfer (bzw. vereidigten Buchprüfer bei mittelgroßen Gesellschaften) prüfen lassen, wenn Sie die folgenden Merkmale übersteigen:

Merkmal (in EUR) Prüfungspflicht Große Gesellschaft
Bilanzsumme 4.840.000  19.250.000
Umsatz 9.680.000  38.500.000
Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 50  250

Die Prüfungspflicht einer Gesellschaft tritt ein, wenn zwei der genannten Merkmale an zwei aufeinander folgenden Abschlussstichtagen überschritten werden oder die Satzung eine Abschlussprüfung vorschreibt (z.B. Stiftung). Hat trotz Prüfungspflicht keine Prüfung stattgefunden, so kann der Jahresabschluss nicht festgestellt werden. Wird der Jahresabschluss nach der Prüfung durch Gesellschafter oder Geschäftsführung geändert, so hat der Abschlussprüfer diese Änderung erneut zu prüfen.

Die Feststellung des Jahresabschlusses ist u. a. Voraussetzung für die Gewinnausschüttung und kann Voraussetzung für die Auszahlung der Tantieme des Geschäftsführers sein. Eine ohne Feststellung vorgenommene Gewinnausschüttung gilt steuerrechtlich als „verdeckte Gewinnausschüttung“.

Überschreiten zwei der Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen die Merkmale für „Große Gesellschaften“, sind im Wesentlichen erhöhte, gesetzliche Berichts- und Angabepflichten zu befolgen, die einen größeren Prüfungsumfang auslösen. Kapitalmarktorientierte Gesellschaften und Finanzdienstleistungsinstitute gelten immer als „Große Gesellschaften“. Für Finanzdienstleister bzw. Finanzdienstleistungsinstitute, gelten besondere zusätzliche Prüfungsvorschriften.

Im Rahmen der Prüfungsplanung legt der Abschlussprüfer eigenverantwortlich und unabhängig die Ausrichtung seines Prüfungsvorgehens fest. Besteht ein Aufsichtsrat, so sollte der Prüfungsausschuß bereits bei der Prüfungsplanung einbezogen werden. Der Finanzexperte im Aufsichtsrat überwacht den ordnungsgemäßen Ablauf der Abschlussprüfung. Die Prüfung schließt mit einem Prüfungsbericht und der Erteilung des Bestätigungsvermerks ab. Der Prüfungsbericht ist den Gesellschaftern bzw. den sie vertretenden Aufsichtsrat bzw. Beirat zur Verfügung zu stellen.

Wir führen sowohl freiwillige wie auch gesetzliche Abschlussprüfungen durch. Weitere Informationen finden Sie unter „Wirtschaftsprüfung – Unser Vorgehen“.